Trinnov Amethyst Vorverstärker und Raumkorrektur Prozessor

Nachdem wir bei Bohne Audio die Trinnov Soundprozessoren als „Standard-Partner“ für unsere großen aktiven Lautsprecher-Systeme auserkoren haben, möchten wir diese einzigartigen Geräte am Beispiel des Vorverstärkers Amethyst unter die Lupe nehmen. Schließlich ist der innovative Vorverstärker auch einzeln erhältlich und hilft auch passiven Lautsprechern auf die Sprünge. Gerade sie zeigen häufig Schwächen in Bezug auf Gruppenlaufzeiten und Phasenverschiebungen, insbesondere einige „Viel-Wege-Konzepte“.

Trinnov Amethyst: Klassissche Vorvestärker-Funktionen und gleichzeitig so viel mehr

Integriert man den Trinnov als Vorstufe in seine Anlage, benimmt er sich zunächst einmal wie seine Artgenossen: ein großer Regler für die Lautstärke, ein übersichtliches, dimmbares Display, dazu ein Quellen-Wahlrad. Die Kernfunktionen sind ebenso auf der gut in der Hand liegenden Infrarot Fernbedienung abgebildet. Dazu gibt es eine komfortable DIM- (Absenkung der Lautstärke um 20 dB, per Software konfigurierbar) und MUTE-Funktion. Der Bypass-Schalter schaltet die Raumkorrektur an und aus.

Das ist insofern eine wichtige Funktion, als sich ein Trinnov-Besitzer nach dem Deaktivieren und Reaktivieren des „Optimizers“ genüsslich in den Sessel zurückfallen lässt und die Trinnov-Anschaffung als die beste HiFi Entscheidung seines Lebens würdigt. Zu dick aufgetragen? Nein, denn wir haben schon oft die „Erleuchtung“ in den Augen der von Raummoden, Asymmetrien und Laufzeitfehlern geplagten HiFiisten gesehen, nachdem ein professionell eingemessener Trinnov seinen Dienst aufgenommen hat.

Welche Quellen spielt der Trinnov Amethyst?

Der Amethyst ist wahrhaft offen für alle Arten von Zuspielern: 6 digitale Eingänge in allen gängigen Formaten (Tosklink/optisch, SPDIF/Cinch, AES/XLR) und 4 analoge Eingänge (XLR, Cinch) lassen keine Wünsche offen. Aus einem der Line-Eingänge lässt sich via Softwarekonfiguration sogar ein Phono MM Eingang mit RIAA Entzerrung machen. Der klingt absolut sauber, sodass man mit hochwertigen MM-Tonabnehmern auf adäquaten Laufwerk-/Tonabnehmer-Kombis bereits sehr gut fährt. Phono-Enthusiasten betreiben auch mit dem Trinnov einen separaten Phonovorverstärker mit MC Eingang, wie unseren heißgeliebten Phonolab von Audiospecials. Oder man klemmt einen Übertrager davor, auch davon gibt es einige spannende Kandidaten, z. B. von My Sonic Lab. (Diese Marke, im Kern Tonabnehmer-Hersteller aus Japan, nehmen wir aus gutem Grund in Zukunft auch „unter die Lupe“.)

You’re so „ROONY“ – Streaming mit dem Amethyst

Sehr gut gelungen ist im Amethyst die Integration von Roon. Jeder, der sich zeitgemäß mit Streaming auseinandersetzt, sollte diese umfassende Software kennenlernen. Denn sie ist mächtig, intuitiv, schnell und stabil. Ein Abo auf Lebenszeit kostet 499 Dollar; bei der heutigen durchschnittlichen Lebenserwartung eine meist lohnende Anschaffung. Den Trinnov Amethyst erkennt die Software sofort als Abspielgerät, und mit einem Klick spielt man seine Tidal Playlist oder NAS-Dateien über den Amethysten ab. Er fungiert dabei die reine „Roon Bridge“, und mit Klick auf das Signalverarbeitungsicon erhält man visuell genau aufgezeigt, welchen Weg die Songs vom Netz/PC über das Bass Management, den Trinnov Optimizer und den DAC des Trinnov nehmen.

Aber auch wer keinen Roon-Account besitzt, ist mit dem Amethyst gut bedient: er fungiert (im Gegensatz zum ST2-HiFi) als UPnP-Renderer, sodass mit entsprechender Software/App auch ohne Roon gestreamt werden kann, was das Zeug hält. Mittlerweile auch gapless. Dabei klingt es aus unserer Erfahrung immer etwas besser als mit einer externen Streamer-Lösung. Ein Grund könnte sein, dass der UPnP-Renderer auf dem selben Systemtakt arbeitet wie der integrierte Digital-Analog-Wandler des Trinnov.

Die anderen beeindruckenden technischen Daten zum Trinnov Amethyst können Sie unserer „Produktseite“ entnehmen. (Dort sind auch weiterführende Links und Zitate anderer Tester enthalten.)

Viel Raum für Korrekturen: der Trinnov Amethyst Optimizer

Lässt man den Trinnov ohne Raumkorrektur laufen, klingt er … sagen wir … genau genommen gar nicht. Er reicht die reine Quelle ohne jeden Stempel zum Ausgang weiter. Kommt die Raumkorrektur ins Spiel (die er im übrigen vom ST2-HiFi geerbt hat, die Einstellungen und das Procedere laufen wie beim „kleinen Bruder“), wird der Amethyst zu einer echten Wunderwaffe.

Schlüsselfaktor der Korrekturfunktion ist das 3-D Einmess-Mikrofon, das aus vier Messkapseln in pyramidenförmiger Anordnung besteht. Damit ist der Amethyst in der Lage, den eintreffenden Schall in Zeit- und Amplitdendimension zu erfassen; gleichzeitig aber auch den Raum als Ganzes zu messen und den Direktschall von ersten Reflexionen und diese wiederum von späten Reflexionen zu separieren. Die Richtung und den Winkel des eintreffenden Schalls misst das Mikrofon aufs Grad genau, deshalb ist auch die genaue Positionierung und Auswinkelung des Mikrofons entscheidend für das Ergebnis. Wir beraten Sie gerne dabei und senden Ihnen zur Not eine kleine Wasserwage dafür!

Klar, dass zur Verarbeitung einer solchen Informationsmenge und die anschließenden Rechenschritte echte PC-Power notwendig ist. Und die hat der Trinnov mit dem 1,8 Gigahertz-Intel-Doppelkern-Prozessor eingebaut. Ja, der Trinnov ist eine Kombination aus Computer und HiFi Audio-Modulen. Schlimm? Nein, denn Briefe schreibt man heute auch nicht mehr auf der Schreibmaschine. Und mit diesem Aufbau ist er jedem klassischen DSP-Modul auf dem Markt weit überlegen.

Wie die Einmessung und Konfiguration genau vonstatten geht und wie einfach das alles ist, zeigen wir Ihnen in Kürze in den Bohne Audio Video-Tutorials. Auf die Steuerung via VNC Network Software, VNC App oder nativ am Mac sind wir bei der Beschreibung des ST2-HiFi schon eingegangen, der im Vergleich zum Amethyst nur über die Software-Oberfläche steuerbar ist.

Entscheidend ist, was man nach der Einmessung und Berechnung wahrnimmt: zum einen hört man – insbesondere bei einer neutralen, relativ linearen Zielkurve (dazu später mehr) –: die Wahrheit. Genau das, was die Künstler und anschließeend die Herren oder Damen am Mischpult wollten. Vergleichbar ist das Ganze mit dem Aufsetzen einer Brille oder mit dem Scharfstellen eines Objektivs. Alles klingt fokussierter, klarer, durchhörbarer, authentischer, entspannter, realistischer, involvierender, empotionaler – kurzum: richtiger. Eben weil der Trinnov Amethyst mit seinem Optimzer den Raum als größten Klang-Verzerrer wieder „entzerrt“ und ihn damit neutralisiert.

Zeitgemäß korrigiert: das Gehirn hinter der Trinnov Klangrevolution

Aber was macht der Trinnov so viel besser als andere Raumkorrektur-Systeme? Wie vorher bereits angedeutet ist das Trinnov Messmikrofon keine Lupe, sondern ein Elektronenmikroskop. Und im Gegensatz zu vielen „Konkurrenten“ (es sind eigentlich keine) legt der Trinnov ein Hauptaugenmerk auf das zeitliche Verhalten der Wiedergabe: er korrigiert die akustische Phase und optimiert die Gruppenlaufzeit. Und natürlich rechnet er den Nachhall in allen Frequenzbereichen mit ein. Das führt dazu, dass er er oft einen schmalbandigen Frequenzbereich absenkt, obwohl dieser vom ursprünglich gemessenen Amplituden-Wert her deutlich niedriger liegt als eine benachbarte Frequenzregion. Eine fiese Mode lässt grüßen. Der Trinnov Amethyst glänzt – wie seine Kollegen ST2-HiFi, Altitude16 und Altitude32 auch – nicht mit bloßem EQ, sondern mit seinem unnachahmlichen IQ!

Wichtig: Die Optimierung ist natürlich auf den Hörplatz begrenzt bzw. auf eine bestimmte Zone um den Hörplatz herum. (Man kann Mehrpunkt-Messungen fahren und diese beliebig gewichten, um an mehreren Hörplätzen einen möglichst ausgewogenen Klang zu erzielen.) Dies ist übrigens ein absolut unberechtigter Kritikpunkt von HiFi-Puristen, die sich gegen Klangregelungen aussprechen. Denn natürlich klingt es auch ohne Raumkorrektur an jedem Ort im Raum unterschiedlich, und aufgrund der Moden-Ausprägung ohne Korrektur fallen diese Unterschiede meist deutlich gravierender aus.

Ganz nach Ihrem Geschmack: Zielkurven und Presets

Ein 40-jähriger hört anders als ein 20-jähriger, und ein 60-jähriger deutlich anders als ein 40-jähriger. Nicht geschmacklich bedingt, sondern anatomisch. Genauso wie es anscheinend ein unterschiedliches Hörempfinden bei unterschiedlichen Völkern gibt. Auch hier treffen die Fähigkeiten des Trinnov Amethyst voll ins Schwarze: die Korrektur basiert auf vorher definierten Zielkurven. Diese kann man individuell anhand von Keyframes festlegen. Oder man wählt die bereitgestellten Voreinstellungen im Amethyst, die „neutral“, „natural“ etc. heißen. Je nach Zielkurve sind die Höhen mehr oder weniger ausgeprägt, wird das Klangbild unten herum fülliger (dank dezenter Bass-Anhebung).

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, das audiophile Gemüt hält sich dabei aber in eingermaaßen eng gesteckten Grenzen auf. Eine 10 dB Bassanhehung ist generell stark übertrieben. Wer es braucht, kriegt es meist trotzdem („meist“ und nicht „immer“ deshalb, weil auch ein Trinnov keine Basslöcher beliebiger Tiefe stopfen kann).

Jede Einstellung (verbunden mit jedem Setup, z. B. 2.0 oder 2.2 – siehe unten) ist in bis zu 29 Presets speicherbar. So kann man für bestimmte Musikrichtungen oder „Aufnahme-Kategorisierungen“ unterschiedliche Kurven zeichnen und diese aufrufen. Theoretisch kann man auf jeder Platte die „ideale“ Zielkurve vermerken und zwischen x verschiedenen wechseln, je nachdem was läuft. Das wird aber dann zu wissenschaftlich und nimmt den „Fluss aus dem Genuss“. Bohne Audio hat in zahlreichen Hörsessions drei Kurven definiert, die meistens einen sehr guten Kompromiss darstellen, und mit denen die allermeisten unserer Kunden bis dato absolut glücklich alle Arten von Musik genießen. Diese Erfahrungswerte kriegen Sie natürlich beim Kauf eines Geräts gratis dazu :-).

Mögliche Lautsprecher-Konfigurationen mit dem Trinnov Amethyst

Der Amethyst besitzt für alle Quellen zweikanalige Eingänge, aber immer vier Ausgangskanäle. Somit ist der Trinnov auch prädestiniert für ambitioniertere Setups, die über das klassische 2.0 Stereo hinausgehen:

  • Natürlich kann man, wenn man gern Kabel verlegt, gleich zwei Räume mit dem Amethyst als Quelle beschallen.
  • Interessanter ist schon die Variante, den Amethyst als Zweiwege-Frequenzweiche einzusetzen und Lautsprecher wie die von Bohne Audio über Bi-Amping zu betreiben.
  • Oder man nutzt das integrierte Bass-Management, um ein 2.1 oder besser 2.2 Setup zu betreiben. Das ist übrigens eine der größten Stärken aller Trinnov Systeme, denn aus unserer Sicht integriert kein anderer Preamp die Tiefton-Kraftpakete derart nahtlos ins Klanggeschehen. Dabei stellt die Software sogar noch die Art der Filter zur Wahl (Linkwitz-Riley, Butterworth) sowie deren Steilheit (12, 18, 24, 36, 49 dB!)

Wer darüber hinaus ein Surround Setup betreiben will oder unsere Aktivsysteme zusätzlich mit Subwoofern betreiben möchte, muss auf den Altitude16 oder gar Altitude32 ausweichen. Im Kern enthalten Sie alle Vorzüge des Trinnov Amethyst, aber noch deutlich mehr Funktionsvielfalt und Einstellmöglichkeiten. Klar, wenn 16 bis 32 Kanäle gemanagt werden und nahtlos miteinander harmonieren.

Unser Fazit zu Trinnov

Wir haben verdammt gute Gründe, die Trinnov Geräte als Vorverstärker, Lautsprecher- und Raum-Entzerrer, Aktivweiche sowie ggf. auch Bassmanager für unsere großen Standlautsprecher einzusetzen. Kein digitales Gerät auf dem Markt erreicht dieses klangliche Niveau, keine Marke arbeitet mit derart ausgeklügelten Algorithmen. Niemand stellt das Musik-Erlebnis so in den Fokus wie das Entwickler-Team von Trinnov. Kompliment nach Frankreich, Jungs. Wir sind glücklich, euer Partner zu sein!

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2018-04-25T16:20:58+00:00 7. April 2018|Akustik & Raumkorrektur, Gerätschaften, Meinung|